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Treffen 2007

Das 8. Van-Riper-Treffen
vom 16. - 18. März 2007

Eine doppelte Sicht

Von Blanka K. und Harald W.

Was bringt fast 70 Menschen, erwachsen und aus hoffentlich freiem Willen, dazu, 400, 500, 600 gar über 1000 Kilometer in ein Wohlstandsdörflein zu reisen, für nur 44 Stunden abzüglich 2 x 4 Stunden unruhigen Schlafes?

Schöne Männer, schöne Frauen, kein Schnee, aber Nieselregen, Modifikationen und Erfahrungsaustausch im Retro-Ambiente. So ließe sich das diesjährige Van-Riper-Treffen, organisiert von der SHG Offenbach, kurz und bündig zusammenfassen.

Um "Prolongation" sollte es auf Vorschlag der Offenbacher gehen (gemeint ist ein Sprechen einzelner Laute im Zeitlupentempo, um die natürliche Artikulation zu trainieren). Tatsächlich ging es wieder um Alles. Ein Schnell-Durchlauf Van-Riper-Therapie für Eingeweihte oder solche, die es mal waren, in sechsstündigen Arbeitskreisen zu Themen wie Invivo-Arbeit, Rollenspiele, Englisch-Sprachpraxis und andere. Andreas Starke bot am Samstag 15-minütige Einzel-Beratungen an, die zahlreich angenommen wurden.

Das Arbeiten an den individuellen Problemen (neudeutsch jetzt: Herausforderungen) war intensiv. Denn dem Wollen und Wieseln (neudeutsch: Energie) konnte man sich nicht entziehen. Eine ungewohnt kurzweilige Abschlussrunde mit allen TeilnehmerInnen warf Licht auf sogenannte sprechmotorische und mentale Voreinstellungen: Welche inneren Haltungen und welche Rituale, Marotten gar, führen tendenziell zu einem flüssigeren Sprechen? Zudem bahnte sich kurzer, fruchtbarer Streit an um die Frage: “(Wieviel) Muss man üben müssen?".

Haralds Fazit: Allerdings aber das Beste war, wie so oft: Der Andere und die Andere, denen Du begegnen konntest, die Dich spiegeln. Nähe erleben zum Anderen, Nähe zu Dir selbst und Nähe zu Deinem jeweiligen Stotter-Ereignis und seiner Auflösung. Nähe? Nähe!! Ein anderes Wort für Nicht-Vermeidung. Kurz: Es war ganz prima!!!

Blankas Fazit: Vernachlässigt man die üblichen Begriffsverwirrungen um Prolongation, Nachbesserung, Pull Out, die aber auch nicht allzuviel Raum einnahmen, so bleibt unterm Strich ein zugleich entspanntes und spannendes Wochenende mit neuen und alten Bekanntschaften, Aha-Effekten und Selbst- wie Fremdverliebtheiten.

Beim nächsten Mal (13. bis 16. März 2008) einen Tag länger, nämlich bereits ab Donnerstag. Und die Fete könnte weniger humpeln: Mit mehr Soul und Funk, ElectroPop und AcidJazz und natürlich NeoFolkPunk. Außerdem ein Dresscode - Blanka will Herren in Anzügen und Damen in Kostümen, Harald fänd es umgekehrt lustiger.

Blanka und Harald,
Berlin, 2007